Städtebauliche Situation

Das für die neue Landwirtschaftskammer ausgewählte Grundstück in Hagenberg birgt durch seine nach Süden ausgerichtete Hanglage besonderes Potenzial und erzeugt eine natürlich geschaffene Spannung und Präsenz des Hauses.

Der Bauplatz liegt direkt unterhalb von dem bereits im Ausbau befindlichen Agrarbildungszentrum, das in seiner Größe sehr präsent ist und durch seine prominente Lage am „Plateau“ des Hanges thront. Daher wurde in dem vorgelegten Entwurf besonders darauf geachtet, dass das neue Bürogebäude der Landwirtschaftskammer unbeeinträchtigt in Erscheinung tritt und zu einem Blickfang auf der Anhöhe wird.

Die Erschließung für den Regelbetrieb mit Kundenverkehr erfolgt wie in der Ausführung gefordert über die im Süden gelegene Zufahrtsstraße. Die Straße wird westlich an dem Gebäude weitergezogen und der Individualverkehr kommt oberhalb im Norden vom Gebäude zu stehen. Dadurch wird die moderne Fassade bzw. die Erscheinung des Hauses nicht durch etwaige parkende Fahrzeuge versperrt und der vorgelagerte Grünbereich vor dem Haus lädt zum ungestörten und erholsamen Verweilen ein.

Zwischen dem Agrarbildungszentrum und der Landwirtschaftskammer wird an der Grundgrenze ein Trenngrün in Form von Bäumen und Bepflanzungen als zusätzlich optische Maßnahme angedacht, um das Projekt von dem in Proportion massiv wirkenden Nachbarn abzuheben.

Um bei regem Kundenandrang, wie Förderantragsabwicklung, mehrere gleichzeitig stattfindende Seminare und Großveranstaltungen kann über einen Fußweg im Nordwesten der Parkplatz des ABZ erschlossen werden.

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Konzeption des Bürogebäudes LK Hagenberg

Das Bürogebäude ist in einer zweigeschossigen Nutzung angelegt. Der Vorteil ist unter anderem, dass sowohl auf die natürliche Hanglage eingegangen wird als auch die Kubatur des Objektes und infolgedessen die Errichtungs- und Instandhaltungskosten möglichst effizient gehalten werden.

Der Haupteingang befindet sich im Obergeschoss und wird direkt vom Parkplatz aus über eine markante und somit leicht ersichtliche Eintrittssituation erschlossen.
Direkt im Anschluss erstreckt sich der multifunktionale Warte- und Servicebereich über die zweiläufige Stiege in das Gartengeschoss zum Foyer.
Als erste Anlaufstelle fungiert das Sekretariat, das für die Kunden leicht auffindbar ist, jedoch bei stärkerem Andrang durch Schiebeelemente geschlossen werden kann und somit ein ungestörtes Arbeiten ermöglicht.

Die öffentliche Wartezone ist vom Beratungsbereich durch Glastüren getrennt und bildet somit ein vertrauliches Umfeld für interne Kommunikation.

Das Objekt selbst öffnet sich in alle Richtungen und erzeugt durch seine zur Westseite verjüngende „konische“ Form einen zusätzlichen Blickfang. Durch die gewählte Formensprache soll die Dynamik und die Modernität der heutigen Agrarwirtschaft unterstrichen werden.
Die vorgehängte Holzfassade und die gewählte Dachform spiegelt eine moderne, naturverbundene und zukunftsorientierte Interpretation der ortsüblichen Bauformensprache wieder.

Der Veranstaltungsbereich im Gartengeschoss des Gebäudes ist durch die Öffnungen der Wandelemente der einzelnen Räume flexibel bespielbar und vom Rest des Gebäudes nahezu autark. Dem Foyer ist eine große zum Teil überdachte Terrasse vorgelagert, wodurch sich das Raumangebot auch über einen Bezug ins Frei entwickeln kann.

Der Sozialraum wurde an der östlichen Position des Gebäudes im Gartengeschoss geplant um eine vertraute Umgebung zu schaffen. Ein Innen-Außenbezug wird durch die vorgelegte Terrasse mit kleinem überdachtem Raucherbereich gewährleistet.

Fassade

Das Dach und die Wände des Gebäudes sind komplett mit Hartholz verkleidet und werden als hinterlüftete Fassade mit hervorragender Wärmeleistung konstruiert, wobei als Unterkonstruktion des Daches eine Mehrschicht-Holzdecke mit Foliendeckung gewählt wurde.
Die Fenster werden teilweise mit den Lamellen der Holzfassade abgeschirmt, während die offenen Teile eine freie Sicht ermöglichen. Auf diese Weise entsteht ein harmonischer Verlauf zwischen opaken und transparenten Fassadenteilen. So sind alle Fensteröffnungen des Baukörpers unterschiedlich um die dynamische Form der Gebäude noch mehr hervorzuheben.
Gleichzeitig fungieren die Holzlamellen als Sonnenschutz um eine unerwünschte Überhitzung in den Büroräumen zu vermeiden.
Insgesamt spielt für die Gestaltung die Gegenüberstellung von natürlichem Licht und Schatten eine wichtige Rolle. Durch Schatten, die durch hölzerne Lamellen verursacht werden, wird eine subtile Schichtung von Licht in Innenraum erzeugt. Der Innenraum, wie auch die Fassade, werden im Laufe des Tages durch die Änderung von Licht und Schatten animiert.
Die Fassade selbst ist aus unbehandeltem Lärchenholz, welche im Laufe der Zeit vergraut. Dies ist im Design-Konzept vorgesehen, um die Schönheit der natürlichen Veränderungen des Holzmaterials darstellen. Eine gleichmäßige Patina wird durch Reduzierung von Vorsprüngen garantiert.
Die vertikale Holzverkleidung wird im Gartengeschoss durch Elemente in Sichtbeton kontrastiert.

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Innenraum

Auch im Inneren wird der natürliche Rohstoff Holz zum Einsatz gebracht und mit exponierten massiven Holzwandpaneelen in Szene gesetzt, da Holz die Raumqualität deutlich beeinflussen kann – sowohl im Innen- als auch im Außenbereich. Die hell lasierten Holz-Wandplatten hüllen den Innenraum in ein behagliches Licht. Ein positiver Effekt ist die angenehme Atmosphäre, die von dem Material ausgeht.
Im Foyer wird durch Sichtbeton Wände, die den visuellen Materialkontrast wiederholen, eine optische Täuschung erzeugt und eine größere Raumhöhe suggeriert.

Statisches Konzept

Das Gartengeschoss, welches teilweise im Hang sitzt, wird in Stahlbeton vorgesehen. Das Erdgeschoss wird in Holzbauweise ausgeführt.
Der Entwurf sieht eine einfache Struktur mit System-integrierten Holzbeton Decken, Brettschichtholz Säulen und Balken, sowie eine Massivholzwänden aus vorgefertigten Brettsperrholz-Elementen vor.
Diese Bauweise bietet Dank des hohen Vorfertigungsgrades eine sehr schnelle und präzise Erzeugung. Eine leise und saubere Baustelle ist ein weiterer positiver Nebeneffekt der Ausführung in Holz.

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