Das gegenständliche Wohnprojekt wurde von uns im Zuge einer Architekturfindung für die Auftraggeberin WSG Gemeinnützige Wohn- und Siedlergemeinschaft RegGenmbH konzeptioniert.
Wir, das Architekturbüro Klinglmüller, konnten unseren Bauherrn mit nachfolgend beschriebenem Projektentwurf überzeugen und haben dadurch den Zuschlag für die fortführende Planungsbegleitung zur Wohnanlage am Gelände mit der Adresse Flötzerweg 156 erhalten.
Hierzu haben wir den Weg zu diesem Planungsentwurf und unsere Idee hinter diesem Konzept fortfolgend für die Besprechung mit dem Ortsbildservice der Stadt Linz expliziert.

PLANUNGSPROZESS
Im Rahmen eines mehrstufigen Prozesses haben wir unterschiedliche Vorentwürfe anhand vom Bauherrn vorgegebener Grundparameter welche überwiegend aus dem Umfeld des sozialen städtischen Wohnbaus stammten entwickelt und kritisch hinterfragt.
Mittels sechs auf dem fortfolgenden Blatt sowohl grafisch als auch verbal nachvollziehbar dargestellten Baumassenstudien wurde an die Projektkonzeption herangegangen. Diese beschreiben den Weg und die Argumente auf jenem wir zum Endentwurf gelangt sind.

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GRUNDLAGEN
Die Grundlage zu diesen Baumassenstudien bildet eine vorangegangene intensive Auseinandersetzung im Feld mit den vorhandenen Bauwerken der Infrastruktur und den Neubauprojekten um das projektspezifische Planungsgelände sowie die im örtlichen Entwicklungskonzept der Stadt Linz vorgesehene zukünftige Wohngebietswidmung.
In der unmittelbaren Nachbarschaft des Planungsareals wurden in den letzten Jahren sehr viele mehrgeschossige Wohnbauprojekte realisiert. Dieses Umfeld ist dadurch aktuell sehr stark vom verdichteten Wohnbau geprägt und leitet den Grundzugang zur Konzeption eines weiteren verdichteten Wohnbauprojektes auf gegenständlich betrieblich genutzter Gewerbeliegenschaft ab.
Die Analyse der Mikroumgebung des geplanten Wohnanlagenstandortes ergab ein fußläufig in ca. 8 Minuten bzw. 700m Fußweg erreichbares Einkaufs- und Fachmarktzentrum. Durch Baumarkt(Hellweg), Bankfiliale (Raiffeisen), Lebensmittelsupermarkt (Maximarkt), Restaurant, Bistro/Cafe, Frisör (Klipp), Blumengeschäft, Reisebüro (Reisewelt) und Trafik wird aus unserer Sicht der Konsumbedarf des täglichen Lebens hierdurch in sehr naher Umgebung umfangreich abgedeckt und demnach von einer Integration von Geschäftsflächen im gegenständlichen Wohnprojekt abgesehen.

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ZUSAMMENSETZUNG
Das Bauprojekt setzt sich aus insgesamt acht Baukörpern zusammen. Diese gliedern sich in sieben 4 bis 5-geschossige Punkthäuser (BTB1-2 & BTC1-5) und einen im Süden länglich situierten Bauteil (BTA) der sich über 4 Geschosse erstreckt.
Die lineare Bebauung (BTA) im Süden und die einzelnen Punkhäuser an den Ost-, Nord- und Westgrenzen des Grundstückes bilden den räumlichen Abschluss des Projektes. Dadurch wird eine großzügige verkehrsberuhigte Grünzone geschaffen und der Freibereich der Wohnanlage u.a. für spielende Kinder geschützt. .
Die sieben Punkhäuser in der Mitte und an der nord-westlichen Grundgrenze gewährleisten eine lockere Bebauung, wodurch auf die angrenzenden Nachbargebäude eingegangen wird um umfangreiche Durchblicke und Besonnung zu gewährleisten.
Die einzige Zufahrt zur Tiefgarage für die gesamte Wohnanlage erfolgt über den Flötzerweg im Osten des BTC 5. Somit wird der Individualverkehr gleich am Rand der Siedlung abgefangen und alle Wohnungen sowie die gesamte zum Flanieren einladende oberirdische Freiraumgestaltung vom PKW-Verkehr abgegrenzt. Das Einfahrtsbauwerk ist im Gebäude integriert und bildet somit einen sich einordnenden und dadurch die Silhouette beruhigenden Teil der Anlage.
Die Anordnung der Baukörper samt ihrer Tiefgarage lässt verschiedene Bauabschnitte und Realteilungen am Grundstück zu.

AUSSENANLAGE
Es wurde besonders Wert auf eine großzügiges Wegenetz und üppigen Grünzug durch die Wohnanlage gelegt. Das Entstehen von Gassen, Boulevards und Plätze verbindet die Innen- und Außenräume untereinander. Durch die Schaffung eines Freiraumkontinuums wird ein durchgängiger gemeinschaftlicher Charakter des Quartiers hervorgehoben. Der Freiraum bildet somit eine mehrwertspendende Schnittstelle zwischen privatem, gemeinschaftlichem und öffentlichem Leben.
Die Fläche der privaten Gärten wurde zugunsten einer größeren Ausdehnung der öffentlichen Grünflächen für die Allgemeinheit äußerst gering gehalten wodurch es gelang über 4.000m² freizugängliche und ansprechende Außenräume wie Kinder- und Jugendspielflächen und im Rahmen der Möglichkeiten attraktive Kommunikations- und Begegnungszonen für Erwachsene zu etablieren.
Besonderer Wert wurde auch daraufgelegt, dass die Tiefgarage möglichst kompakt ausgeführt wird und sich nicht zur Gänze über das Grundstück ausbreitet. Dadurch kann ein nachhaltig gesunder Baumbestand auf gewachsenem Boden gewährleistet werden und die geringe Versiegelung der Grünflächen erhöht die ökologische Nachhaltigkeit dieses Projektes.
Außerdem sichert eine reservierte Zufahrt zu den Objekten auf dem Grundstück erforderlichen Falles eine Feuerwehrzufahrtsmöglichkeit die speziell für Rettungskräfte nach dem Brandschutzrecht hergestellt werden kann. Diese Zufahrt würde nur in einem kleinen Teil über die darunterliegende Tiefgarage geführt werden, wodurch erhebliche Kosten für ein Überfahrtsbauwerk eingespart werden können.

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