ARCHITEKTONISCHE LEITIDEE

Das gegenständliche Wohnprojekt wird von uns im Zuge einer Architekturfindung für die Auftraggeberin NEUE HEIMAT Oberösterreich Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungs Ges.mbH konzeptioniert.
Wir, das Architekturbüro Klinglmüller, haben unseren Bauherrn mit nachfolgend beschriebenem Projektentwurf überzeugt und dürfen die fortführende Planungsbegleitung zur Wohnanlage am Gelände mit der Adresse Riedauer Straße Ecke Voglweg machen.
Hierzu haben wir den Weg zu diesem Planungsentwurf und unsere Idee hinter diesem Konzept fortfolgend für die Besprechung mit dem Ortsbildservice der Stadt Ried im Innkreis expliziert.

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PLANUNGSPROZESS

Im Rahmen eines mehrstufigen Prozesses haben wir unterschiedliche Vorentwürfe anhand vom Bauherrn vorgegebener Grundparameter welche überwiegend aus dem Umfeld des sozialen städtischen Wohnbaus stammten entwickelt und kritisch hinterfragt.
Mittels fünf auf dem fortfolgenden Blatt sowohl grafisch als auch verbal nachvollziehbar dargestellten Baumassenstudien wurde an die Projektkonzeption herangegangen. Diese beschreiben den Weg und die Argumente auf jenem wir zum Endentwurf gelangt sind.

GRUNDLAGEN

Die Grundlage zu diesen Baumassenstudien bildet eine vorangegangene intensive Auseinandersetzung im Feld mit den vorhandenen Bauwerken der Infrastruktur und den Neubauprojekten um das projektspezifische Planungsgelände sowie die Nachverdichtung der derzeitigen Wohngebietswidmung.
In der unmittelbaren Nachbarschaft des Planungsareals wurden in den letzten Jahren sehr viele mehrgeschossige Wohnbauprojekte realisiert. Dieses Umfeld ist dadurch aktuell sehr stark vom verdichteten Wohnbau geprägt und leitet den Grundzugang zur Konzeption eines weiteren verdichteten Wohnbauprojektes auf gegenständlich bereits genutzter Wohnbauliegenschaft ab.
Die Analyse der Mikroumgebung des geplanten Wohnanlagenstandortes ergab, dass aus unserer Sicht der Konsumbedarf des täglichen Lebens in sehr naher Umgebung umfangreich abgedeckt und derzeit von einer Integration von Geschäftsflächen im gegenständlichen Wohnprojekt abgesehen wird. Dennoch kann unseres Erachtens die Erdgeschoßhöhe der straßenbegleitenden Baukörper entlang der Riedauer Straße großzügiger ausgeformt werden (auch lt. neuem Wirtschaftlichkeitskatalog möglich) und somit eine spätere Ansiedelung von Gewerbeflächen ermöglichen.

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ZUSAMMENSETZUNG

Das Bauprojekt setzt sich aus insgesamt sechs Baukörpern zusammen. Diese gliedern sich im Westen in 3 4-geschossige Punkthäuser (BTD1-3), an der Ecke Riedauer Straße & Voglweg einen L-förmigen Gebäudekomplex (BTC) mit 4 Geschossen, der Punktuell sogar 8-geschossig ausgebildet werden kann, einem im Innenhof gelegenem kompakten 3-geschossigen Baukörper (BTA) und einen im Süden entlang der Riedauer Straße situierten Bauteil (BTB), der sich über 4 Geschosse erstreckt.
Die L-förmige (BTC) und die lineare Bebauung (BTB) bilden die räumliche Klammer und somit den Abschluss des Projektes. Dadurch wird eine großzügige verkehrsberuhigte Grünzone geschaffen und der Freibereich der Wohnanlage u.a. für spielende Kinder vor Immissionen aller Art geschützt.
Die im Westen gelegenen einzelnen Punkhäuser lockern die Bebauung zu den im Anschluss befindlichen Großteils ausgeprägten Einfamilienhausstrukturen auf und gewährleisten eine umfangreiche Durchblicke und spannende Sichtbeziehungen.
Die Zufahrt zu den Tiefgaragen der Bauteile A, C und D erfolgt am Anfang des Voglwegs im Norden und für den BT B über die Riedauer Straße. Somit wird der Individualverkehr gleich am Rand der Siedlung abgefangen und alle Wohnungen sowie die gesamte zum Flanieren einladende oberirdische Freiraumgestaltung vom PKW-Verkehr abgegrenzt. Die Einfahrtsbauwerke sind in den Gebäuden integriert und bilden somit sich einordnende und dadurch die Silhouette beruhigende Teile der Anlage.
Die Anordnung der Baukörper samt ihrer Tiefgarage lässt unabhängige Bauabschnitte und Realteilungen am Grundstück zu.

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Architektur – Materialität – Farbe

Die Architektur der Gebäude nimmt Rücksicht auf die jeweiligen Wohnformen und lässt das neue Areal als homogenes Gesamtensemble erscheinen. Die Motive der Fassadengestaltung folgen dem System der Ablesbarkeit der unterschiedlichen Bereiche – wiederholende Elemente wie Stiegenhäuser, Laubengang-Bereiche, vereinzelte Wohnungsfenster prägen die Straßenansichten, versetzte Balkone die Hoffassaden. Einfache Akzente in der Materialität (z.B.: Besenstrich-Putz) und Farbe verstärken dieses Gestaltungsprinzip.

Presseartikel: meinbezirk.at

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